Rundschreiben an Ärzte und Therapeuten, die den Mut haben offen zu sein und für die Kinder und Jugendlichen einzustehen:

Liebe/r Herr/Frau/Dr./Prof.

Wir sind ein Psychologiestudent und eine Medizinstudentin und wir haben uns in letzter Zeit viel mit dem Thema AD(H)S bei Kindern beschäftigt. Bei der Internetrecherche zum Thema AD(H)S sind wir auf Sie gestoßen. Wir suchen Ärzte und Therapeuten, die den Mut haben, offen zu sein und für die Kinder und Jugendlichen einzustehen.

AD(H)S ist die Diagnose für unsere Gesellschaft, nicht für die Kinder

Kindheit ist keine Krankheit, Kinder toben, sind laut und machen ihre Hausaufgaben nicht gerne. Das ist völlig normal – sie sind nicht krank. Sie sind ein Spiegel unserer Gesellschaft und ihrer Eltern. Aber seit ein paar Jahren bekommen anstrengende, tobende Jungs die Diagnose AD(H)S, denn dann hat niemand die Verantwortung für das Verhalten der Kinder. Das Umfeld kann nichts dafür und die Schule muss sich nicht fragen, warum sie kinder- und besonders jungenfeindlich ist. Man stellt sie ganz leicht mit Medikamenten und ein wenig Verhaltenstherapie ruhig und „repariert“ sie. Denn eigentlich sind sowieso die Gene Schuld.

Unsere Leistungsgesellschaft ist krank, denn sie nimmt den Kindern die Kindheit. Die Eltern wollen gute Noten und erziehen ihre Kinder aus der Angst heraus, welchen sozialen Status sie erlangen werden. Sie richten sich gegen die Natur ihres Kindes und damit gegen das Kind. Aggressives Verhalten und Zerstörungswut sind nur die Antwort der Kinder darauf, was sie erfahren. Ulrich Fegeler, Sprecher des Berufsverbandes für Kinder und Jugendmedizin, hat es 2012 in einem FAZ-Artikel auf den Punkt gebracht. Er hält die Begleiterscheinungen von AD(H)S wie Lese- und Rechtschreibschwächen, Tics und Auffälligkeiten im Sozialverhalten in Wirklichkeit für psychische Reaktionen darauf, wie die Gesellschaft mit diesen Jungen umgeht. „Sie kriegen ständig eins drauf, das macht sie psychisch krank“, sagt er.

Das Aufmerksamkeitsdefizit haben die Erwachsenen, nicht die Kinder. Denn sie wollen nicht gucken und wälzen ihre eigenen Probleme auf die Kinder ab. Sie sind zu faul und zu feige, sich mit sich selbst auseinander zu setzen und sagen den Kindern sie wären krank. Die Kinder und Erwachsenen sind wirklich in Not. Es muss jetzt etwas passieren. Die Gesellschaft muss endlich wach werden und sehen, wie die Kinder kaputt gemacht werden. Wir müssen nicht aus Angst heraus leben, es geht anders und jeder hat die Möglichkeit dazu. Zurzeit arbeiten die meisten Eltern und Therapeuten gegen die Kinder. Es geht darum für die Kinder da zu sein und sie in Ihrem Weg zu unterstützen.

Methylphenidat

Es gibt viele Kritikpunkte an Methylphenidat. Die Ruhigstellung, ohne die Ursachen zu klären ist wohl am gefährlichsten für die Kinder. Die Nebenwirkungen, wie Schlafstörungen, Essstörungen, Bluthochdruck und vermindertes Wachstum sind jedoch genauso bedenklich. Die Langzeitwirkungen von dem Wirkstoff Methylphenidat in Medikamenten wie Ritalin, Medikinet, Concerta und Equasym sind nicht erforscht. Wenn das Medikament die regulatorische Funktion im Gehirn übernimmt, bleibt dem kindlichen, dynamischen Gehirn außerdem kein Raum zur Selbstregulation. Die Entwicklung des Kindes wird durch die Diagnose AD(H)S und die medikamentöse Therapie, psychisch und neurochemisch gestört. Ärzte die es verschreiben, greifen mit dem Medikament, tief in die Physiologie des Gehirns ein und schädigen das Kind für ein Leben lang.

Das Umfeld von einem Kind mit AD(H)S-Diagnose hat meist ein großes Interesse daran, dass das Kind Methylphenidat-Präparate nimmt, weil der Leidensdruck von Eltern, Lehrern etc. sehr hoch ist und sie überfordert und hilflos sind. Das Methylphenidat verringert jedoch nur die Symptome von AD(H)S. Die Ursachen, die nach unserer Erfahrung im Umfeld des Kindes liegen, werden dabei verleugnet.

Auch die pharmazeutische Industrie hat ein großes Interesse an Kindern mit einer AD(H)S- Diagnose. Allein das Pharmaunternehmen Novartis hat mit Ritalin bereits 2010 weltweit einen Umsatz von 464 Millionen Dollar gemacht. Die Ärzte und Therapeuten sind von allen Seiten mit Druck konfrontiert, den Kindern Methylphenidat zu verschreiben. Es ist Ihre Verantwortung den Kindern die Möglichkeit zu geben, sich nach Ihrer Natur entwickeln zu können. Sie können sich auch entscheiden, sich den Interessen der Pharma-Industrie und vieler Eltern zu beugen. Dann entscheiden Sie nicht im Interesse des Kindes und sind keine Ärzte oder Therapeuten.

Bei den Ursachen ansetzen und die Kinder stärken

Wir machen seit einiger Zeit Seminare bei Balance-Recovery. Dabei haben wir gesehen, wie die Methode Kinder mit AD(H)S-Diagnose unterstützt. Bei den Seminaren machen Kinder und Eltern neue Erfahrungen mit sich. Die Kinder lernen, Aufmerksamkeit auf ihre eigenen Wahrnehmungen und Gefühle zu richten. Sie bekommen in der Gruppe ein neues Gefühl von Gemeinschaft und erfahren, dass Sie etwas beitragen können und ein Teil davon sind. Sie werden nicht verurteilt und abgestempelt. Die Eltern setzen sich mit ihren eigenen Strukturen auseinander und erfahren, wie ihr Verhalten auf das Kind wirkt. Es wird zusammen ein mitfühlender Umgang mit dem Kind gefördert. Eltern werden ermutigt, ihrem Kind Freiheit und Liebe zu geben. Die Stärken des Kindes entfalten sich.

Kinder müssen lernen, wie man sich in einer Gemeinschaft verhält. Genauso auch für sich selbst zu sorgen und Dinge auszuhalten, die ihnen nicht gefallen. Wenn Sie das mit Liebe und Geduld, statt mit Gewalt und Druck lernen können, geht das nicht gegen Ihre Natur. Im Gegenteil, dadurch werden sie stärker und entwickeln Selbstwert. Und in erster Linie geht es darum, dass Kinder ihre Kindheit leben und das Leben genießen.

Was ist Balance-Recovery?

Die Organisation Balance Recovery bietet Einzel- und Gruppen-Seminare in Deutschland, Tschechien, Belgien und den USA an. Bei den Seminaren bekommen Menschen die Möglichkeit zu erfahren, warum Sie sich so verhalten, wie Sie sich verhalten. Wir schauen hinter bestimmte Gewohnheiten und Krankheiten und erfahren, warum diese da sind. Die Teilnehmer entwickeln Empathie und Akzeptanz sich selbst und anderen gegenüber. Wilri Waarlo und Jakub Endrys unterstützen die Teilnehmenden dabei ihre Gefühle wieder wahrzunehmen und sich von krankmachenden Mustern wie Angst, Hass, Wut und Sucht zu lösen. Menschen machen die Erfahrung, kein Gefangener einer negativen Situation zu sein. Sie befreien sich von Mustern aus der Vergangenheit und treten so mit der Gegenwart in Kontakt. So kreieren sie ihr Leben und haben viel Spaß.

Wenn Sie Interesse haben die Balance-Recovery-Methode kennenzulernen, sind Sie herzlich willkommen. Wir freuen uns auch über ein Gespräch.

Liebe Grüße

Yinka Aranmolate

Lanre Aranmolate

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